Gemeindeinitiative der Stadt Thun

Wohnraum schützen, Airbnb regulieren

In Thun stehen kaum noch Wohnungen leer. Damit Thun ein Ort zum Leben bleibt und nicht zum reinen Übernachtungsort wird, braucht es jetzt klare Regeln.

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Leerwohnungsziffer in Thun, eine der niedrigsten der Schweiz (Bundesamt für Statistik, September 2025).

Die Leerwohnungsziffer liegt bei lediglich 0.05 Prozent und damit gehört Thun zu den Städten mit dem knappsten Wohnungsangebot der Schweiz. Gleichzeitig werden immer mehr Wohnungen über Plattformen wie Airbnb kurzfristig an Tourist:innen vermietet, statt der ortsansässigen Bevölkerung zur Verfügung zu stehen. Mit der Gemeindeinitiative „Wohnraum schützen, Airbnb regulieren” wollen wir das ändern.

Das will die Initiative

Die Initiative verlangt von der Stadt Thun ein Reglement mit klaren und einfachen Regeln:

Wohnraum bleibt Wohnraum

Es wird ein angemessener Anteil an Erstwohnungen festgelegt. Solange Wohnungen knapp sind, braucht es eine Bewilligung der Stadt, bevor Wohnraum abgerissen, stark umgebaut oder zweckentfremdet wird.

Klare Grenzen für die Kurzzeitvermietung

Wer eine Wohnung kommerziell und kurzfristig an auswärtige Gäste vermietet, darf dies pro Objekt höchstens 90 Nächte pro Jahr tun. Pro Vermietung gilt eine Mindestdauer von fünf Nächten.

Mehr Transparenz

Kommerzielle Kurzzeitvermietungen müssen gemeldet und registriert werden. Jedes Objekt erhält eine Identifikationsnummer.

Faire Übergangsregeln

Es gibt angemessene Ausnahmen und Übergangsfristen, insbesondere für bestehende, rechtmässige Nutzungen.

Die wichtigsten Argumente

Wohnungsknappheit in Thun: Lösungen sind gefragt

Die Leerwohnungsziffer in Thun beträgt lediglich 0.05 Prozent (Bundesamt für Statistik, September 2025). Thun hat somit eine der niedrigsten Leerwohnungsziffern der Schweiz.

Airbnb widerspricht den Interessen der Bevölkerung

Durch Plattformen wie Airbnb werden in Thun zunehmend Wohnungen zweckentfremdet und der lokalen Bevölkerung entzogen. Diese Entwicklung verknappt das Angebot an langfristig verfügbarem Wohnraum und trägt dazu bei, dass die Mietpreise steigen. Gleichzeitig entstehen in Wohnquartieren spürbare negative Auswirkungen: Lärm, erhöhtes Verkehrsaufkommen, unsachgemässe Abfallentsorgung, häufige und unkoordinierte An- und Abreisen sowie ein Verlust an Nachbarschaft und Wohnqualität.

Auch lokale Unternehmen und touristische Betriebe berichten zunehmend, dass es in der Region immer schwieriger wird, bezahlbaren Wohnraum für ihre Mitarbeitenden zu finden.

Warum gerade 5 und 90 Tage?

Kurzzeitvermietungen über Plattformen sind in der Regel deutlich lukrativer als klassische Mietverhältnisse. Oft werden vier- bis fünfmal höhere Erträge erzielt.

Die vorgeschlagene 5-Tage-Regelung verhindert kurzfristige Vermietungen, die besonders stark zu Unruhe in Wohnquartieren beitragen.

Die 90-Tage-Regelung (ein Viertel des Jahres) begrenzt die maximale Vermietungsdauer so, dass der potenzielle Jahresertrag ungefähr dem einer langfristigen Vermietung entspricht. Dadurch wird die kommerzielle Kurzzeitvermietung weniger attraktiv, und die Umnutzung von Wohnraum wird reduziert.

Vergleichbare Regelungen bestehen bereits in mehreren Regionen, etwa in den Kantonen Genf, Waadt und Tessin sowie in der Stadt Luzern und im Berner Oberland.

Registrierungspflicht schafft Transparenz

Eine Melde- und Registrierungspflicht schafft Transparenz darüber, wie viele Wohnungen tatsächlich kurzfristig vermietet werden. Dies ermöglicht es den Behörden, den Wohnungsmarkt gezielter zu analysieren und zu steuern.

Durch die Einführung von Identifikationsnummern können illegale oder missbräuchliche Nutzungen einfacher erkannt werden, etwa wenn Wohnungen dauerhaft dem regulären Mietmarkt entzogen werden. Zudem sorgt eine Registrierungspflicht für fairere Wettbewerbsbedingungen: Während Hotels strengen gesetzlichen Auflagen unterliegen, sollten auch private Anbieter:innen vergleichbaren Regeln folgen.

Kinderwagen statt Rollkoffer

Mit der Initiative soll verhindert werden, dass immer mehr Wohnungen in Thun dem Tourismus dienen, anstatt der einheimischen Bevölkerung zur Verfügung zu stehen.

Thun soll ein Ort bleiben, an dem Menschen leben, nicht nur übernachten.

Jetzt mitmachen

Möchten Sie sich aktiv an der Initiative beteiligen, beim Sammeln von Unterschriften helfen oder einfach mehr erfahren? Wir freuen uns über jede Unterstützung.

info@sp-thun.ch

Initiative unterschreiben

Unterschreiben dürfen alle Personen, die in der Stadt Thun stimmberechtigt sind.

Sammlung läuft
27. April 2026 bis 27. April 2027
Bogen einsenden bis
15. November 2026

Bitte senden Sie den ausgefüllten Unterschriftenbogen möglichst rasch an: Sozialdemokratische Partei Thun, 3600 Thun.

Unterschriftenbogen herunterladen

Getragen von: SP Thun, MV Bern (Region Thun-Oberland) und GBT.
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